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Der Branchentrend ist klar – Nur profitiert jedes einzelne Unternehmen?

von Alexander von Parseval

 

Liebe Börsianerinnen und Börsianer,

das bedarf keiner besonderen Erklärung: In der Lithium-Branche schiebt man sich seit vielen Monaten einen Rekordgewinn nach dem anderen ein. Der Preis des Batteriemetalls steigt praktisch ohne Pause. Die E-Mobilität boomt, und der Hunger der Autobauer nach Lithium kennt praktisch keine Grenzen.

Man musste definitiv kein Börsengenie oder Branchen-Insider sein, um diesen Trend beizeiten zu erkennen. Und trotzdem haben viele Privatanleger von diesem klaren Trend nicht profitiert. Und dies sogar, obwohl sie investiert waren. Was war das Problem?

Das Praxisbeispiel anhand realer Performancezahlen: Die Aktie des marktführenden Lithiumförderers Albemarle verteuerte sich zuletzt (Stand August 2022) auf Jahressicht um 25 %. Auch das Papier des mittelgroßen US-Förderers Livent rückte trotz Bärenmarkt um rund 20 % vor. Der Lithium-Explorer Rock Tech hingegen sackte in diesem Zeitraum um 20 % ab.

Nun bringen uns Verluste von 20 % in einzelnen Aktien nicht um. Aber es geht um mehr: In diesem Fall hat man mit der Rock Tech-Aktie in einem wirklich offensichtlichen Trend eine satte Under-Performance von 45 bzw. 40 % abgeliefert. Das tut dann schon weh, zumal nicht gesichert ist, ob man mit dieser Einzel-Aktie überhaupt jemals an den Trend anknüpfen wird.

Mit ETFs profitieren Sie garantiert, sofern Ihre Branchenauswahl stimmt

Ich wiederhole mich: Es ist oftmals nicht schwierig, einen Branchentrend – wie E-Mobilität, Künstliche Intelligenz oder etwa Clean Tech – korrekt zu identifizieren. Der zweite Schritt, nämlich die richtige Aktienauswahl, kann hingegen ungleich komplexer sein. Hier tun sich selbst anerkannte Börsenprofis manchmal schwer.

Was ist das Problem? In einem Zukunftsmarkt sprießen die Startups wie Pilze aus dem feuchten Waldboden. Daneben treten Dickschiffe aus benachbarten Branchen mit großer Kapitalkraft in den Markt. Plötzlich herrscht in der Zukunftsbranche ein ziemliches Gedränge. Anders formuliert: Dort, wo das Renditepotenzial besonders hoch ist, sind Sie als Unternehmer selten lange alleine.

Viele dieser Player werden den zunehmenden Konkurrenzdruck nicht überleben und fristen ein weitgehend renditefreies Dasein am Rand des Marktes. Und wenn Sie genau die Aktie eines solchen Players „erwischt“ haben, werden Sie selbst in der besten Zukunftsbranche sehr frustriert sein.

Dieses Problem kann man allerdings lösen. Sie haben zwei Möglichkeiten: Entweder Sie setzen auf die zwei bis drei marktführenden Platzhirsche. Dann muss es schon mit dem Teufel zugehen, dass Sie am Gewinn vorbei investieren. Ein kleiner Haken freilich: In einigen Branchen – z. B. Wasserstoff – kann es länger dauern, bis sich die Marktführer herauskristallisiert haben. Manchmal ist dann die Party bereits gefeiert.

So verdienen Sie garantiert: Wer auf Nummer sicher gehen möchte, holt sich stattdessen einen möglichst fokussierten Branchen-ETF ins Depot. Hier stellen Sie sicher, dass Sie alle Kursraketen indirekt im Depot haben. Ich mache Ihnen da gar nichts vor. Natürlich erwischen Sie in ETFs auch die Krücken. Allerdings sind die meisten ETFs prozyklisch auf Basis der Marktkapitalisierung konzipiert.

Das bedeutet für die eingangs erwähnten Lithium-Aktien konkret Folgendes: Rock Tech ist in jedem halbwegs seriös aufgestellten Lithium-Batterie-ETF nur mit wenigen Promille gewichtet. Albemarle freilich mit einigen Prozent. So hätten Sie hier die Kursschwäche der Rock Tech überhaupt nicht gespürt. So gilt also: Wer die richtige Branche entdeckt, wird mit einem gut aufgestellten ETF immer profitieren.

Zum Abschluss: Was sind denn nun die großen Trends der kommenden Jahre? In welcher Branche oder in welchem Land wird der Bär steppen? Klar absehbar werden uns die sogenannten Klimaaktien weiter beschäftigen. Hier sehe ich für uns jahrelanges Dauerwachstum, welches möglicherweise sogar noch im nächsten Jahrzehnt nachwirken wird.

Stand heute (August 2022) bieten sich erhebliche Erholungschancen im chinesischen Tech-Sektor an. Die dortigen Bewertungen sind abnorm niedrig, und Peking wird sicherlich nicht das eigene Internet abschalten. Daneben werden wir sicherlich einen weiteren Schub im Segment Künstliche Intelligenz sehen. Da werden jetzt immer öfter Lösungen zu recht zivilen Preisen in den breiten Markt geschoben.

Noch nicht restlos überzeugt bin ich von den Themen Krypto-Währungen oder Metaversum. Trotzdem werde ich diese Felder weiterhin sehr aufmerksam beobachten. In jedem Fall gilt: Technologie und Trends werden auch in den kommenden Jahren unser Leben und den Markt wesentlich beeinflussen. Davon sollen Sie in meinem Musterdepot ETF-Powertrends profitieren.

 Mit herzlichen Grüßen

 

Ihr

Alexander von Parseval

Analyst und Vermögensberater